Kaloriengrundumsatz, ein Mythos?

Für Fitnessaffine und Gesundheitsbegeisterte sind Kalorien gleichermaßen interessant wie für Beautyfans. Was eine Kalorie eigentlich ist und wie sie im Körper funktioniert, das haben wir hier bereits beschrieben.

Kaloriengrundumsatz

Heute möchten wir auf einen Nennwert eingehen, den viele schon mal gehört haben und bei dem trotzdem nicht immer so ganz klar ist, was er eigentlich beschreibt. Die Rede ist vom Kaloriengrundumsatz!

Der Kaloriengrundumsatz

Wie der Begriff anhand der Zusammensetzung einzelner Wörter bereits erahnen lässt, geht es um den grundlegenden Umsatz an Kalorien eines Menschen. Kalorien beschreiben Energie und ihr Umsatz die Höhe des Verbrauchs dieser Energie. Der Grundumsatz beschäftigt sich also mit dem Verbrauch von – durch Nahrung aufgenommene – Energie zu einem bestimmten Zeitpunkt oder grundsätzlichen Zustand. Dieser Zustand bezieht sich nicht auf unseren Alltag im Büro und beachtet auch nicht, ob wir aktiv körperlich trainieren oder Sport treiben. Er bezieht sich auf den Körper im absoluten Ruhezustand, wenn wir wirklich nichts tun außer still-stehen/-liegen/-sitzen und…dabei atmen. Noch erstaunlicher: es spielt nicht mal eine große Rolle, ob wir wach sind oder schlafen.

Wie verbrauchen wir Kalorien im Schlaf?

Selbst wenn wir uns nicht bewegen ist unser Körper ein System, dass sich fortwährend in Betrieb befindet. Wir atmen wichtigen Sauerstoff ein, haben zu jeder Zeit einen funktionierenden Kreislauf und ein aktives Nervensystem. Unsere inneren Organe (wie Leber, Nieren oder Herz) arbeiten unaufhörlich, auch wenn wir unsere Arme, Beine (oder Zunge) sich nicht bewegen. All diese Arbeit benötigt Energie. Der Kaloriengrundumsatz beschreibt also die Menge an Energie, die wir benötigen, um im totalen Ruhezustand zu existieren.

Wie realistisch ist der Kaloriengrundumsatz?

Der Kaloriengrundumsatz (Engl.: „Basic Metabolic Rate“, kurz BMR) ist ein sehr realistischer Messwert. Allerdings stellt er zunächst nur einen Anhaltspunkt dar. Natürlich ist es unrealistisch – selbst beim größten TV-Serienmarathon – 24 Stunden lang so wirklich nichts tun, außer zu atmen. Sobald wir unseren Kaloriengrundumsatz kennen, wird es aber langsam interessant.

Wobei hilft der Kaloriengrundumsatz den jetzt?

Er hilft dabei eine Grundlage für unser Verständnis darüber zu schaffen, wie viel Kalorien wir an einem Tag verbrauchen werden. Liegt der BMR beispielsweise bei 1.600 kcal, wissen wir also, dass wir an dem Tag auf jeden Fall 1.600 kcal zu uns nehmen sollten, auch wenn wir uns überhaupt nicht bewegen werden. Wird es heute ein Tag im Büro? Dann multipliziert man seinen Grundumsatz um einen gewissen Faktor. Wird heute Sport getrieben? Dann multipliziert mit ihn mit einem anderen Faktor, usw. Anhand dieser - wissenschaftlich erforschten - Faktoren kann man also ziemlich genau berechnen, wie viel Kilokalorien man an jedem einzelnen Tag verbrauchen wird. Dementsprechend kann man im nächsten Schritt seine Ernährung planen.

Hat man den Grundumsatz an Kalorien um die gegebenen Faktoren erweitert, erhält man den benötigten Tagesumsatz. Nimmt man mehr Kalorien zu sich, also dieser Tagesumsatz groß ist, nimmt man an Körpergewicht zu. Unterschreitet man den Wert, nimmt man an Körpergewicht ab.

Pi mal Daumen sagt die Wissenschaft, dass unser Kaloriengrundumsatz 70% des totalen Tagesumsatzes ausmacht. Den größten Anteil an Energie verbraucht unsere Skelettmuskulatur (eine von drei Muskulatur-Typen im Körper), welche etwas 40% unseres Körpergewichts ausmacht. Je mehr Muskulatur man aufbaut, desto höher wird auch der BMR, denn je mehr Energie wir verbrauchen, desto mehr Energie wird auch grundlegend benötigt.

Danke für die Erklärung, wie bringe ich jetzt diese anderen Faktoren in Erfahrung?

Die Faktoren zum Berechnen des Kalorientagesverbrauchs findet man in etlichen Tabellen im Internet. Unser kommender Blog-Post wird sich mit diesem Thema beschäftigen. Schau in ein paar Tagen wieder vorbei – in der Zwischenzeit erwarten wir dich zur spontanen Körperanalyse in Hagen!